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Erhärtungsbeschleuniger (Beschleuniger oder kurz: BE) werden immer dann eingesetzt, wenn ein Beton oder Mörtel möglichst schnell eine hohe Festigkeit erreichen muss. Diese speziellen Zusatzmittel beschleunigen die frühe Erhärtungsphase des Betons, was zu einer deutlichen Verkürzung der Abbindezeit und Erstarrungszeit führt. Dank dieser Eigenschaft bieten Beschleuniger wichtige Vorteile bei der Herstellung von Betonfertigteilen, besonders wenn enge Zeitpläne und dennoch hohe Anforderungen an die Qualität erfüllt werden müssen. Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung beeinflussen Beschleuniger die Endfestigkeit der Betonprodukte nicht.

Das Prinzip von Erhärtungsbeschleunigern

Erhärtungsbeschleuniger wirken durch die Aktivierung der chemischen Reaktionen zwischen Zement und Wasser. Diese chemischen Prozesse werden beschleunigt, was zu einer schnelleren Erstarrung, bzw. Erhärtung und somit Frühfestigkeitsentwicklung des Betons führt. Die Normen DIN EN 206-1 und DIN 1045-2 definieren dabei die Anforderungen und Vorgaben für den Einsatz solcher Zusatzmittel in Deutschland.

Vorteile für die Betonfertigteilindustrie

  1. Verkürzung der Taktzeit: Eine der größten Herausforderungen in der Betonfertigteilproduktion ist die Einhaltung straffer Zeitpläne. Durch den Einsatz von Erhärtungsbeschleunigern kann die Taktzeit erheblich verkürzt und auf ein Minimum reduziert werden. Der Beton erreicht schneller die erforderliche Abhebefestigkeit, sodass die Schalungen früher in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden können. Dies begünstigt eine Mehrfachbelegung der Formen/Schalungen, was die Produktionseffizienz steigert.
  2. Optimierung der Produktionsprozesse: Mit der Verkürzung der Erstarrungszeit wird die gesamte Verarbeitung des Betons beschleunigt. Fertigteile können so schneller aus der Produktion entlassen und gelagert oder transportiert werden können. Dies trägt zur Optimierung der Produktionsabläufe bei und ermöglicht eine höhere Flexibilität bei der Herstellung unterschiedlicher Betonfertigteile und Betonwaren.
  3. Verbesserte Qualität bei kalten Temperaturen: Besonders im Winter ist die Verwendung von Erhärtungsbeschleunigern unerlässlich – selbst in einem Fertigteilwerk. Bei niedrigen Temperaturen verlangsamt sich die Betonhärtung. Erhärtungsbeschleuniger wirken diesem Problem entgegen, indem sie auch bei kalten Bedingungen eine ausreichende Erhärtung und Erhöhung der Festigkeit sicherstellen. Somit wird der Bedarf an zusätzlichen Heiz- oder Schutzeinrichtungen reduziert und Kosten können eingespart werden.
  4. Erfüllung hoher Anforderungen bei Betonwaren: Die Verwendung von Erhärtungsbeschleunigern ist besonders bei der Produktion von Betonwaren mit sofortiger Entschalung von Vorteil. Um nach dem Entschalen Formstabilität zu haben, müssen diese Betone extrem schnell eine Grünstandfestigkeit erreichen.

Vorteile für die Transportbetonindustrie

  1. Verkürzung der Ausschalzeiten: Jede Baustelle ist von der Einhaltung straffer Zeitpläne geprägt. Durch den Einsatz von Erhärtungsbeschleunigern können die Ausschalzeiten auch auf der Baustelle erheblich verkürzt werden, insbesondere bei kalten Temperaturen. 
  2. Optimierung der Produktionsprozesse: Mit der Verkürzung der Erstarrungszeit und Abbindezeit wird die gesamte Verarbeitung des Betons beschleunigt. Das hat zur Folge, dass unter Umständen auch die Betoniergeschwindigkeit erhöht werden kann.
  3. Verbesserte Qualität bei kalten Temperaturen: Besonders bei Winterbaumaßnahmen ist die Verwendung von Erhärtungsbeschleunigern unerlässlich. Bei niedrigen Temperaturen verzögert sich die Betonerhärtung normalerweise. Erhärtungsbeschleuniger wirken diesem Problem entgegen, indem sie auch bei kalten Bedingungen eine ausreichende Frühfestigkeitsentwicklung sicherstellen. Dies reduziert den Bedarf an zusätzlichen Heiz- oder Schutzeinrichtungen und kann zu geringeren Kosten führen. Oft werden Beschleuniger eigesetzt, um eine für die Frostbeständigkeit erforderliche Mindestfestigkeit von 5 N/mm² zu gewährleisten.

Eigenschaften und Anwendungen von Erhärtungsbeschleunigern

Erhärtungsbeschleuniger besitzen spezifische Eigenschaften, die sie ideal für die Herausforderungen der Betonindustrie machen:

  • Beschleunigung der Erhärtung und Erstarrung, um schnelle Produktionszyklen zu ermöglichen.
  • Geringer Einfluss auf andere Zusatzstoffe, wodurch ihre Anwendung in einer Vielzahl von Betonrezepturen problemlos möglich ist.
  • Kompatibilität mit verschiedenen Zementarten, was ihre Flexibilität in der Praxis erhöht.

Chemische Wechselwirkungen und Zusatzstoffe

Ein wichtiger Aspekt bei der Verwendung von Erhärtungsbeschleunigern sind die chemischen Wechselwirkungen mit anderen Zusatzstoffen. Die Kompatibilität mit Fließmitteln, Verzögerern und Luftporenbildnern ist entscheidend für die Verarbeitung des Betons. Moderne Erhärtungsbeschleuniger sind so formuliert, dass sie in Kombination mit anderen Zusatzmitteln arbeiten, ohne negative Auswirkungen auf die Endfestigkeit oder Dauerhaftigkeit des Betons zu haben.

Optimierungspotenziale durch den Einsatz von Erhärtungsbeschleunigern

Durch die Integration von Erhärtungsbeschleunigern in die Produktionsprozesse der Betonindustrie lässt sich die Effizienz erheblich steigern. Die Verkürzung der Taktzeit, die Mehrfachbelegung der Schalungen und die verbesserte Frühfestigkeit tragen dazu bei, dass Projekte schneller abgeschlossen werden können, ohne dabei Abstriche bei der Qualität des Betons zu machen.

Zusätzlich ermöglicht die Verwendung von Erhärtungsbeschleunigern eine bessere Anpassung an verschiedene Umgebungsbedingungen und Anforderungen, was zu einer flexibleren und wirtschaftlicheren Produktion führt.

Des Weiteren besteht ein ökonomisches Optimierungspotenzial durch mögliche Zementeinsparungen, Einsatz von klinkerärmeren Zementen oder höheren Anteilen von Zementzusatzstoffen, wie Flugasche oder Kalksteinmehl. 

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Erhärtungsbeschleuniger in der Betonindustrie